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Flow – alternative Behandlungsmethoden bei Arthrose

ist eine schöne Erfahrung. Etwas zu tun, das Spaß macht und in dem wir ganz aufgehen. Hier auf WordPress sind viele interessante Menschen, die ihre Freude daran haben, über ihre Hobbys, ihr Leben, ihre Ziele und Pläne, aber auch ihre Meinung zu bloggen. Manchen fällt das einfacher. Von unserer persönlichen Tagesform sind wir da auch abhängig. Mir persönlich macht es viel Freude eure Beiträge zu lesen. Das eine oder andere zu kommentieren.

In meinen Beiträgen setze ich mich z. T. mit unpharmakologischen Behandlungsmöglichkeiten auseinander. Für viele wird sich die Frage stellen, was Achtsamkeit, Meditation und auch der Flow mit Arthrose zu tun hat. In der Behandlung von Schmerzen werden sie bereits erfolgreich eingesetzt.

Gelenkerkrankungen können im schlimmsten Fall zu Behinderungen führen und damit die Lebensqualität beeinträchtigen. Viele Ärzte wissen das sehr genau, sind aber mehr auf die medizinische Beseitigung von körperlichen Beeinträchtigungen und Schmerzen spezialisiert. Auf den Einzelnen wird gar nicht intensiv eingegangen.

Was nützt es denn, einem adipösen Patienten von Bewegung und Ernährung zu erzählen. Der Betroffene muss das auch wollen. Diätkurse, die speziell auf die psychischen Probleme der Patienten eingehen, sind dabei ein sehr gutes Angebot.

In Arthrose Gruppen auf Facebook wird öfters auch über Liebscher/Bracht diskutiert. Wer schon einmal mit der Faszienrolle trainiert hat, weiß wie schmerzhaft diese Übungen sein können. Das ist nicht jedermanns Sache. Ausdauer und Belastbarkeit sind, wie bei allem anderen, individuell ausgeprägt. Wichtig ist bei Bewegung und Sport vor allem, dass der Patient ein auf ihn persönlich zugeschnittenes Trainingskonzept erhält.

In ihrem Buch, Die Arthrose Lüge, stellen Liebscher und Bracht bisherige medizinische Erkenntnisse über Arthrose in Frage. Ihre Behauptungen können sie mit keinem wissenschaftlichen Nachweis stützen. Ich habe deshalb auch in Pubmed recherchiert. Bislang liegt auch keine Studie vor, mit der eine Heilwirkung, nachgewiesen wird. Im Gegenteil, einige Aussagen zu Dysbalancen, Muskelverkürzungen, Verspannungen, Triggerpunkte etc. sind nichts neu Entdecktes. Auch nicht die Faszienrolle. Ich weiß, dass einige jetzt sagen werden, wie gut die LuB Therapie geholfen hat. Placebo – wenn ich von etwas überzeugt bin, dann hilft mir das.

Wenn das, was ich mache, für mich einen Sinn oder Zweck hat, dann fällt mir die Tätigkeit, der Sport, die spezielle Ernährungsumstellung leichter. Deshalb ist es wichtig, mir etwas auszusuchen, das ich wirklich mag. Wer nicht gerne läuft, fängt vielleicht erst mal mit Stuhlgymnastik an. Oder lässt sich in einem Fitnessstudio beraten, um das für ihn Optimale zu finden.

Und wer kein Körnerfresser oder Müslipunk ist, der wird auch nicht gerne komplett auf Fleisch und Milchprodukte verzichten wollen. Dr. Fisseler, Dr. Bruker, die Eiweißspeicherkrankheit und Co. werden ihn vielleicht nicht interessieren. Und er braucht vielleicht eine nicht so strenge Ernährungsempfehlung. Eine, wie die der Ernährungsdocs. Essen muss Spaß machen, wie alles andere auch im Leben.

Bewegung und Ernährung sind wichtig bei der Behandlung von Arthrose. In dem Moment, in dem ich etwas mache, das mir Spaß macht und das mich meinen Zielen näher bringt, kann ich Glück empfinden. Ich nehme ab, meine Beweglichkeit nimmt zu, die Schmerzen werden weniger, ich kann wieder mehr am Leben teilnehmen. Und genau solche positiven Effekte sind optimale Erfahrungen für den Kranken und können Flow, das Glücklich sein, ermöglichen.

Die Bewegungsdocs, die Kollegen der Ernährungsdocs, beraten zur Zeit auf NDR, immer Montags um 21 Uhr. Auch sie zeigen die positiven Auswirkungen von Bewegung. Dass nicht immer die Erkrankung selbst der Auslöser für Schmerzen ist, haben sie bei einigen ihrer Behandlungsfälle aufgezeigt. Unter ndr.de findet ihr alle Folgen und Empfehlungen.

Die Lösung für alles liegt in einem selbst. Aber dazu ist es nötig, sich mit dem, was einem gerade durch den Kopf geht, intensiv zu beschäftigen. Antworten zu suchen. Zu Erkennen, was einen glücklich und zufrieden macht. Eben achtsam mit sich selbst umzugehen. Dann können wir auch mit unseren Erkrankungen besser leben.

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Entspannung II. Etwas für die Seele.

Liebespaar

Die beiden haben sich sehr gut versteckt. In den Brennnesseln. Da traut sich nicht jeder rein zu fassen. Ein Panicroom.

Ich habe die beiden nur durch Zufall entdeckt. Wer schaut denn auch so genau in so ein Unkraut.

Für mich ist das Spazierengehen immer auch eine Entdeckungstour. Die frische Luft, der Sonnenschein. Auch schon eine Achtsamkeitsübung.

Achtsamkeit ist der Moment in dem ich mich voll konzentriere. Auf Emotionen, eine Situation, einen Menschen. Ohne zu werten. Ich nehme die Dinge so an wie sie sind. Ich lasse alle Gedanken, Gefühle zu und beobachte, wie sie auf mich wirken. Egal ob positiv oder negativ. Ein bißchen esoterisch?

Letztendlich ist das nichts anderes, als sich für sich selbst Zeit zu nehmen. Die Dinge zu überdenken und sich über Positives oder Negatives im Leben klar zu werden. Und natürlich dann auch bewusst darüber zu sein, ob vielleicht eine Veränderung gut wäre.

Angst mich zu verbrennen hatte ich nicht. Die beiden Glücksbringer hätte ich noch ewig beobachten können. Die waren auch im Hier und Jetzt. Gestört habe ich die bestimmt nicht. Meine Anwesenheit haben sie nicht wahrgenommen. Völlig auf sich konzentriert.

Ich denke, ich brauche Euch nichts zu erzählen, über die Schönheit der Natur. Ein Ausflug, Spaziergang ist immer eine kleine Reise.

Im Moment ist ein ganz interessanter Kunstpreis ausgeschrieben. Jeder kann daran teil nehmen. Ob Profi oder Amateur.

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Entspannung. Für die Seele.

Schon Goethe hat von der positiven Wirkung der Natur gewusst.

Das emsige Bienchen

Osterspaziergang

Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen!
Aus dem hohlen, finstern Tor
dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
denn sie sind selber auferstanden.
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
aus der Strassen quetschender Enge,
aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
sind sie alle ans Licht gebracht.


Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden, belebenden Blick.
Im Tale grünet Hoffnungsglück.
Der alte Winter in seiner Schwäche
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weisses.
Überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farbe beleben.
Doch an Blumen fehlts im Revier.
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Sieh nur, sieh, wie behend sich die Menge
durch die Gärten und Felder zerschlägt,
wie der Fluss in Breit und Länge
so manchen lustigen Nachen bewegt,
und, bis zum Sinken überladen,
entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges ferner Pfaden
blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel.
Hier ist des Volkes wahrer Himmel.
Zufrieden jauchzet gross und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, deutscher Dichter, Schriftsteller, Naturforscher)

aus: Faust. Der Tragödie erster Teil oder Faust 1, vor dem Tor, Osterspaziergang. Faust gilt als das bedeutendste und meistzitierte Werk der deutschen Literatur.

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In der Ruhe liegt die Kraft

Wäre das nicht schön, einmal so wie das Kätzchen zu sein? Immer liebevolle Hände die einen streicheln. Der Futternapf ist immer gefüllt. Kommen und gehen, sich hinlegen und dösen, jederzeit. Ein guter Freund hat das einmal gesagt, beim Anblick seiner Katze. Er ist Projektleiter im Baugewerbe. Immer Termindruck, endlos viele Diskussionen/Streitereien mit Handwerkern und Baufirmen. Alles muss zügig fertig werden. Jeder Verzug kostet Geld. Seine Arbeit hat ihm schon ein Herzkammerflimmern eingebracht. Irgendwann hat er sogar einen besonders stressigen Job gekündigt, aus Angst vor weiteren Herzinfarkten.

Jeden Sommer fährt er ans französische Meer. An einen stillen Landstrich, an dem nicht so viele Touristen sind und trainiert Jodo. 4 Wochen bleibt er dort. Morgens in das Trainingscamp, mittags eine Ruhephase und dann wieder Training bis Abends. So einen Sporturlaub habe ich auch schon gemacht. Natürlich, beim Training vergesse ich alles um mich herum. Ich konzentriere mich auf die Kampftechniken und die Übungen. So dass ich an überhaupt nichts anderes denke. Nur im Hier und Jetzt bin ich dann. Am nächsten Morgen stehe ich gut gelaunt auf und spüre viel neue Energie in mir.

Während der Ausgangsbeschränkungen ist so etwas nicht möglich. Ich habe zwar ein kleines Fitnesscenter in meinem Wohnzimmer aufgebaut. Na Klar, nach meinen Übungen geht es mir gut. Der Körper hat “ Glückshormone “ gebildet. Aber ich kann während meines Trainings nie ganz abschalten. Irgendwie schaffen es bestimmte Quälgeister permanent aufzutauchen und mich abzulenken. Eigentlich, habe ich gedacht, waren sie doch schon längst verschwunden.

Mir ging es doch die ganze Zeit gut. Ich hatte keinerlei Schmerzen mehr. Und jetzt habe ich seit Ostern so ein unangenehmes Reißen im linken Daumen. Und ab und zu ein leichtes schmerzhaftes Pochen. Dabei kann ich doch jetzt meine Hand schonen, in der Isolation. Und bei der Ernährung habe ich doch auf alles geachtet. Sogar auf das Glas Wein am Abend verzichtet.

Ja ich gebe zu, das Süße kann ich nicht sein lassen. Irgendwie habe ich immer wieder gedacht: “ Komm, gönn Dir was in der schweren Krisenzeit.“ Kuchen, Törtchen, Pralinen, Schokoladen, Desserts. Bei ihrem Anblick kann ich ihnen nicht widerstehen. Und wenn ich erst mal einen zuckersüßen Bissen im Mund habe, kann ich nicht mehr aufhören. Selbst meine Bittertropfen können mir dann manchmal nicht helfen. Ich bin ein Zuckerjunkie.

Ich ärgere mich schon die ganze Zeit, dass ich nicht arbeiten kann wie immer. Denn während der Arbeitszeit bin ich voll konzentriert und denke auch nicht über Privates nach. Seit dem Shut down bin ich zu Hause. Normalerweise bin ich viel unterwegs und unternehme viel. Da habe ich gar nicht gemerkt, dass noch eine Parallelwelt in meiner Wohnung existiert. Diese viele freie Zeit, die mir zwangsverordnet wurde, kann ich gar nicht richtig genießen. Über viele Dinge denke ich nach. Wann wird diese Krise endlich vorbei sein. Wie wird es dann auch wirtschaftlich für uns weiter gehen. Überall wird nur mit Dunkelziffern gearbeitet. Deshalb ist eine Planung für die Zukunft nicht möglich. Nur das Abwarten bleibt uns. Ein Kontrollverlust.

Meine Nachbarin hat mich auf einen interessanten Gedanken gebracht. Sie hat im Radio gehört: Langeweile ist gut für den Menschen. Das hat sofort zwei Erinnerungen in mir geweckt. Einmal an das Buch Muße – Vom Glück des Nichtstuns von Ulrich Schnabel. Dieses Buch ist 2010 erschienen und heute noch genauso aktuell wie vor 10 Jahren. Die Digitalisierung, der Schonungslose Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen; das immer

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schneller, immer effizienter, ob in der Wirtschaft oder bei uns selbst, lassen uns keine Zeit zur Ruhe zu kommen. Ständig stehen wir unter Druck und Stress. Unser Hirn kann nicht abschalten und neue Energie tanken. Was doch wichtig wäre für neue Ideen und unsere Kreativität.

Sogar jetzt während der Corona-Maßnahmen gelingt uns das Abschalten nicht. Wir denken immer nur an das Weiter. Wir meckern sogar, weil wir all die Ablenkungen, das Shopping, den Konsum, die Völlerei im Moment nicht voll ausschöpfen können. Dabei ist doch die Isolation im Moment auch ein Geschenk. Endlich zur Muße zu finden.

Das zweite ist eine Empfehlung eines Neurologen. Am Anfang meiner Schmerzen hat kein Arzt die Ursache erkannt. Dieser Arzt hat mir damals eigentlich die beste Empfehlung gegeben. Mir eine Auszeit zu nehmen. Er sagte mir auch, dass ich sehr pflichtbewusst wäre. Wie sollte ich das machen. Nicht arbeiten, bedeutet auch finanzielle Einbußen. Welcher Arbeitgeber macht so etwas mit?

Aber ein halbes Jahr später habe ich meinen Job gekündigt. Bereits zwei Monate später waren meine Schmerzen weg. Der Stress und die Belastung waren nicht mehr da. Und ich hatte endlich Zeit gefunden, Ärzte aufzusuchen und über Arthrose zu recherchieren. In dieser Zeit habe ich mich auch sehr viel mit Achtsamkeit, Entspannungstechniken, Übungen zu Gelassenheit, Meditation befasst. Und damals habe ich doch auch dieselben Quälgeister erlebt. Ich hatte sie mir genau angeschaut und entschieden, sie in ihre Parallelwelt zurück zu schicken. Ich habe auch genau gewusst, wie ich das schaffen konnte.

Ich hatte doch diese Studie gelesen und auch selbst über Schmerzen geschrieben. Ach ich weiß auch nicht. Im Alltag, bei der Arbeit war das alles wieder vergessen. Schlechte Gewohnheiten haben sich wieder eingeschlichen. Auch Ulrich Schnabel schreibt, dass wir doch eigentlich wissen, was für uns gut ist. Aber wir trotzdem nicht in der Lage sind, aus dem Hamsterrad raus zu gehen.

Und genau dieser Schritt ist wichtig. Häufig werden Schmerzen auch mit psychosozialen Faktoren, wie Angst, Depressionen, partnerschaftlichen Problemen, Stress, in Zusammenhang gebracht. In der multimodalen Therapie werden deshalb nicht nur Symptome behandelt, sondern Körper und Psyche als eine Einheit betrachtet.

Eine Menge an Unbewältigtem ist in mir. Eingeschlichen in meinen Alltag, zur Gewohnheit geworden. Jetzt habe ich Zeit. Nichts kann mich ablenken. Ich kann endlich inne halten und einen neuen Anlauf nehmen, Ruhe und Frieden in mein Leben zu bringen.

https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/article-abstract/2753680

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Richtige Ernährung nicht nur bei Arthrose

Essen hält Leib und Seele zusammen. Wenn ihr Euch die Maslowsche Bedürfnispyramide anschaut, seht ihr, dass Essen ein Grundbaustein ihres Fundamentes ist. Und wer mich kennt, weiß wie gerne ich esse.

Aber eine gesunde Ernährung ist wichtig bei vielen Erkrankungen, auch bei Covid-19. Sie stärkt das Immunsystem und unterstützt so die Heilung von entzündlichen Prozessen. Einfach keine Schmerzen mehr, durch eine Ernährungstherapie. Die Ernährungsdocs vom NDR haben das in ihren Sendungen erfolgreich bewiesen.

Das Universitäts Klinikum Schleswig-Hostein hat jetzt aktuell eine Studie gestartet. Forscher haben herausgefunden, dass Mangelernährung das Immunsystem schwächt und dadurch Erkrankungen einen schweren Verlauf haben. Sie konnten dies bei SARS Infektionen, Ansteckung mit Mers-CoV und auch bei Grippeerkrankten beobachten. Sie vermuten nun, dass eine unzureichende Ernährung, auch bei Covid-19 Infizierten den Krankheitsverlauf negativ beeinflusst. Weitere Infos zur Studie und Wissenswertes über den Coronavirus findet ihr auch bei den Ernährungsdocs.

Im Moment wird die Versorgung mit frischem Obst und Gemüse schwieriger. Auch die Preise für landwirtschaftliche Produkte sind gestiegen. Ein Blumenkohl aus Italien 3,29€. Ein Kohlrabi, Demeter Qualität, im Angebot 1,29€. Wie wollen wir uns da vernünftig und ausgewogen ernähren?

Ich habe mich einfach mal bei unseren ausländischen Nachbarn umgeschaut. Gerade die mediterrane Küche verwendet viele gesunde Zutaten. Gemüse, Kräuter, Olivenöl und Fisch. Einfach, frisch und leicht.

Geschmorter Fenchel mit Champignons, Tomaten, Oliven und Fetakäse

In der Italienischen Küche wird gerne Gemüse geschmort. Ich denke an die Peperonata, ein klassisches Gemüsegericht aus Paprika, Tomaten und Zwiebeln. Die Zwiebeln werden in Olivenöl leicht braun gedünstet. Tomatenstücke und Paprikastreifen werden dazu gegeben. Alle Zutaten werden gesalzen und gepfeffert. Anschließend wird der Topf verschlossen und das Gemüse schmort im eigenen Saft. Das ist die toskanische Art. Wer mag kann noch Auberginen, Zucchini oder Gurken dazugeben und das Gericht mit Honig abschmecken. Es schmeckt warm oder kalt.

Und ich erinnere mich an Acquacotta, ein Arme Leute Essen aus der Maremma, im Süden der Toskana. Eine Brotsuppe, mit Wasser gekocht. Auch hier werden die Zwiebeln in Olivenöl geschmort, bis sie eine braune Farbe annehmen. Dann werden Tomaten und Kräuter dazu gegeben und alles wird in einem geschlossenen Topf geschmort. Am Ende wird Wasser hinzugefügt, bis die Mischung flüssig wie eine Brühe ist. Im Original werden dann Eier in dieser Brühe pochiert. Die Suppenteller werden mit altem, geröstetem Brot ausgelegt. Darauf wird Pfeffer und Pecorino gegeben. Anschließend wird die Suppe auf die Teller verteilt.

Ich kenne aber auch eine vegane Alternative, bei der eine feingehackte Peperoncino Schote mit gekocht wird. Ganz am Schluss, nachdem die Suppe auf den Tellern angerichtet wurde, wird frischer Basilikum darauf verteilt.

Meine Mutter hat früher eine Brühe mit Tomaten gekocht, in der dünne Fäden aus Eiern geschwommen sind. Sie hat kleine Fadennudeln in der Suppe gegart und erst am Schluss die verquirlten Eier untergerührt.

Heute habe ich einen Fenchel und eine Zwiebel in Streifen geschnitten, Champignons halbiert/geviertelt, Knoblauch gehackt, Fenchelsamen zerstoßen und alles in Olivenöl gedünstet. Als alles leicht gebräunt war, habe ich gehackte Dosentomaten dazu gegeben. Und alles im geschlossenen Topf geschmort. Den Schafkäse habe ich zerbröckelt, getrocknete Tomaten in Streifen geschnitten und die Oliven halbiert. Am Ende der Garzeit habe ich alles unter das Gemüse gemischt. Ich habe das Gericht noch einige Minuten auf der warmen Herdplatte ziehen lassen. Mit Brot ein leckeres Zwischengericht, das auch kalt gut schmeckt.

Das Originalrezept besteht aus Fenchel, Champignons, kleinen Tomaten, ganz oder halbiert, in Olivenöl geschmort. Nach dem Garen wird das Gemüse mit Pecorino bestreut.

Mein Rezept für den geschmorten Fenchel, erinnert mich ein bisschen an ein Auberginen Zucchini Töpfchen mit Feta Käse. Das Gemüse wird in Tomatensauce geschmort und mit Fetakäse überbacken. Eines meiner Lieblingsgerichte. Jetzt während der Quarantäne muss ich oft daran denken. Und auch an die Taverne von Despina und ihrem Sohn Georgios. In braunen, runden Schüsseln aus Steingut wird das Gemüse dort serviert. Wenn es auf den Tisch kommt, werde ich gewarnt. Vorsicht noch heiß! Dazu wird warmes Roggenbrot serviert.

Selbstverständlich gehören zu den Gerichten Vollkornprodukte. Jedenfalls empfehlen die Ernährungsdocs das. Alle Rezepte sind leicht abzuwandeln. In den Topf kommt das, was der Markt gerade eben anbietet.

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Sport mit Arthrose

Seit meiner Kindheit habe ich Sport gemacht: als Kind Rhythmische Gymnastik, Jazz Dance; später Kendo und Jodo, nebenher Krafttraining, Pilates und vieles mehr. Die Diagnose Rhizarthrose hatte mich geschockt. Kendo und Jodo sind Sportarten, die ich gerne bis ins hohe Alter gemacht hätte. Ich war in diesen Sportarten völlig aufgegangen. Aber sie sind auch Kontaktsportarten und bei Arthrose nicht geeignet. Für eine Operation mit Gelenkersatz bin ich zu jung. Für mich war klar, dass ich weiterhin sportlich aktiv sein würde.

Wie sollte ich jetzt meine Hand im Sport einsetzen, ohne sie unnötig zu belasten und damit auch Schmerzen verhindern? Diese Frage stellt sich vielen. Im Fitnessstudio hat mich eine junge Frau angesprochen. Sie hatte meine Rhizorthese gesehen und mir dann von ihrer Mutter erzählt, die momentan nur noch Stretch- und Dehnübungen macht. Aus Angst, etwas falsch zu machen. Diese Angst kenne ich sehr gut. Bloß nichts verschlimmern.

Zuerst habe ich manuelle Therapie und Ergotherapie gemacht. Dabei habe ich viel Nützliches für meinen Alltag gelernt. Gelenkschonende Fingerübungen sollen helfen, die Beweglichkeit der Finger zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Die Muskulatur von Fingern und Händen sollen gekräftigt und gelockert werden. Meine Therapeutin hat mir auch wichtige Tipps zur Handhaltung beim Sport gegeben. Wenn ich meine Hände schonen möchte, trainiere ich im Unterarmstütz. Oder ich balle meine Faust und stütze mich auf den Fingergliedern ab (Achtung: nicht auf den Gelenken!). Noch eine gute Möglichkeit sind spezielle Griffe und Hanteln mit eckigen Enden.

Muskelaufbau – Krafttraining ist die effektivste Methode Muskeln aufzubauen
(Video: Quarks.de)

Im Fitnessstudio habe ich meinen Trainer über meine Erkrankung informiert und mit ihm besprochen, welche Geräte für mich geeignet sind. Zusätzlich dazu hat er mir ein Kräftigungsprogramm für meine Arme erstellt. Ich mache auch weiterhin Pilates, bei dem ich mittlerweile den Handstütz schmerzfrei machen kann.

Sport und Arthrose sind möglich. Da kann nichts falsch gemacht werden. In der Arthrose Gruppe auf Facebook habe ich neulich einen Beitrag von einer Frau gelesen, die in einem Knie Arthrose 3.- 4. Grades hat. Sie wollte endlich frei sein von medizinischen Eingriffen, Punktieren und Kortison. Nie mehr ist ihr Ziel und ein anderes Ziel ist der 24h Extreme Walk am Neusiedler See, 60 km Distanz Walken. Am 6. Januar hat sie gepostet, dass die Schwellung an ihrem Knie zurückgegangen ist, sie endlich schmerzfrei und voll beweglich ist. Diesen Januar wird sie also starten. Dafür hat sie hart trainiert; Ernährungsumstellung, Muskeltraining, Radfahren ohne Belastung.

Gehen, Walken, Wandern – geeignete Sportarten bei Arthrose

Es gibt sicherlich Menschen, die einen Gelenkverschleiß gar nicht bemerken und auch solche, die ohne Behinderungen und Schmerzen leben. Mein Nachbar ist so jemand. Er hat Gicht und einen schon fortgeschrittenen Knorpelabbau im Knie. Trotzdem ist ihm nichts anzusehen. Er bewegt sich völlig normal, fährt jeden Tag Fahrrad und treibt regelmäßig Sport; vor allem Krafttraining für die Beine. Im letzten Herbst ist er auf die Zugspitze gewandert. Ein Physiotherapeut hat ihm erklärt, dass Muskelaufbau am effektivsten ist. Das Gehen war schon immer Teil seines Lebens; beruflich in der Gastronomie, privat das Wandern. Auf seine Ernährung achtet er nicht besonders, auf sein Gewicht schon. Er macht Intervallfasten, 16:8. Wegen einer Hauterkrankung und der Gicht verzichtet er auf Milch und beim Fleischkonsum tendiert er mehr zu Geflügel; andere Fleischsorten weniger. Gestern Abend hat er sich sogar Pralinen, einen kleinen Baumkuchen und Wurst gekauft. Natürlich trinkt er auch mal Alkohol, aber nur in einer geselligen Runde. Er raucht nicht. Er ist schon im Ruhestand, hat keine Sorgen und Stress. Im Alltag ist er oft tief versunken im hier und jetzt, so dass er niemanden wahrnimmt. 

Nicht jeder ist gleich. Und nicht jeder mag Bewegung und Sport. Einige werden jetzt über ihre Schmerzen nachdenken. Aber die innere Einstellung macht viel aus. Eine Bekannte von mir, hat sich einen Hund gekauft. Nun ist sie sogar gezwungen, mehrmals am Tag mit dem Hund Gassi zu gehen. Alles ist möglich, der Wille ist ausschlaggebend.

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Zwischenbilanz – Erfahrungsberichte zu Arthrosebehandlungen

Letztes Jahr, November 2018 war es soweit. Bei mir wurde eine Rhizarthrose im linken Daumensattelgelenk diagnostiziert. Aber ich (53) war noch zu jung für eine Gelenkprothetik.

Zuerst war ich platt. Wie sollte das jetzt weitergehen. Das Arbeiten, selbst Alltägliches wie Anziehen, Bestecke halten, den Wasserhahn aufdrehen, einen Lappen auswringen…, bereiteten mir Probleme. Ich selbst habe auch immer sehr viel Sport gemacht; Kendo, Jodo, Pilates und Kraftsport. Kendo und Jodo kannst du bis ins hohe Alter betreiben. Und jetzt keinen Stop and go Sport. Und auch die Vorstellung, die Hände gar nicht mehr bewegen zu können, abhängig zu sein von fremder Hilfe, war sehr beängstigend.

Diese junge Ärztin in der Uniklinik war sehr sachlich und nüchtern. Sie hat mir vorgeschlagen, doch erst mal eine manuelle Handtherapie auszuprobieren. Sie hat mir auch eine Rhizorthese verschrieben. Versuchen Sie es noch ein bisschen ohne OP. Bislang haben sie es doch auch geschafft. Erst auf Nachfrage hat sie mir erklärt, dass sie keine anderen Behandlungsmethoden durchführen kann. Die Krankenkasse würde zusätzliche Behandlungen nicht bezahlen. Sie hat mir von Hyaluronsäure-Injektionen erzählt, auf die einige Patienten schwören würden.

Ich hatte mich dann entschieden, die manuelle Therapie auszuprobieren und mich nun wieder von meinem Orthopäden behandeln zu lassen. Bei ihm habe ich auch fünf Hyaluronsäure-Behandlung erhalten. Nach der dritten Injektion war mein Daumen fast zwei Tage unbeweglich. Der kleinste Bewegungsversuch verursachte Schmerzen. Ich konnte noch nicht einmal den Reisverschluss an meiner Jacke schließen, keine Dose öffnen, keine Mandarine Pellen. Ich habe während dieser Zeit Angst gehabt, dass mein Daumen für immer geschädigt ist. Und auch bei der letzten Injektion sind Komplikationen aufgetreten; bis zum kleinen Finger hin hatte ich ein schmerzhaftes Ziehen, wenn ich meinen Daumen bewegte. Die Ärzte erklärten lapidar, der Kollege hätte es zu gut gemeint; also zu viel Hyaluronsäuren ins Gelenk gespritzt. Das auf und ab an Schmerzen war geblieben.

Eine Bekannte hatte mir erzählt, dass ein Kollege Hagebuttenpulver eingenommen hat und er nun beschwerdefrei ist. Das habe ich dann auch ausprobiert. Mir hat Hagebuttenpulver nichts gebracht. Die Schmerzen sind gekommen und gegangen. Auch eine einmalige Kortison-Injektion hatte nach 2 Tagen keinerlei positive Wirkung.

Und auch die Gewürzmischung Cumin, Koriander, Muskatnuss hat nichts verbessert.

Die Verbraucherzentrale hat kritische Berichte über die Gesundheitsrisiken und Wirksamkeit von Chondroitin, Grünlippmuscheln, Glucosamin, Haifischflossen, Hyaluronsäure und MSM ins Netz gestellt und durchleuchtet den Markt mit Gelenkpräparaten; auch über Kurkuma, das im Moment einen Hype aufgrund seiner vielfältigen Heilkräfte hat.

Weiterhin mache ich Handgymnastik, moderates Krafttraining, eine Umstellung meiner Ernährung und Intervallfasten. Was von dem allem letztendlich geholfen hat, weiß ich nicht. Da werde ich noch ein bisschen recherchieren.

Ich war ständig auf der Suche nach neuen Behandlungsmöglichkeiten und habe in dieser Zeit viel gelesen. Das Buch Arthrose selbst heilen hat mir dann sehr viel Aufschlussreiches geliefert. Über Schmerzen, psychosoziale Faktoren und Placeboeffekte. Während ich das Buch gelesen habe, sind meine Schmerzen weggegangen. Und auch eine Studie über die Behandlung von Arthrose mit Placebo hat mir gezeigt, das die Lösung für einen Heilerfolg in uns selbst liegt. Unsere Erwartungen, unsere persönliche Einstellung, Zuversicht und viele psychosoziale Facetten beeinflussen unser Wohl Empfinden und unsere Genesung.

Ann Rheum Dis. 2008 Dez;67(12):1716-23. doi: 10.1136/ard.2008.092015. Epub 2008 Jun 9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18541604?dopt=Abstract#

Arthrose selbst heilen: Dr. Martin Marianowicz und Dr. Willibald Walter

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Schmerzen

Gelenkerkrankungen sind sehr häufig mit Schmerzen verbunden. Ihr erinnert Euch vielleicht noch an die Meta Analyse von 2009. Sobald die Schmerzen von Studienteilnehmern reduziert wurden, konnten sie sich mehr bewegen. Dadurch wurde der Bewegungsradius und die Funktionalität der Gelenke vergrößert, die Belastbarkeit erhöht und der Muskelumfang größer.

Schmerzmittel haben oftmals hohe Nebenwirkungen und können zur Abhängigkeit führen. In der Meta Analyse wurde untersucht, ob mit Placebo Arthrose behandelt werden kann. Die Autorin hat mit ihrer Arbeit sehr detailliert nachgewiesen, dass der Heilerfolg der Patienten von vielen psychischen Faktoren abhängig ist. Wird einem Patienten suggeriert, dass er ein Opioid erhält, erfährt er einen sehr starken Placeboeffekt. Also beeinflusst das, was der Betroffene über die Behandlung weiß, den Behandlungserfolg. Die Verabreichung von Opioiden wird dadurch in Frage gestellt und verlangt nach neuen Behandlungsansätzen.

Genau diese Frage hat eine Meta Analyse von 2019 aufgegriffen. In dieser Arbeit wurde nachgewiesen, dass mit Meditation, Hypnose, Suggestion und kognitiven Verhaltenstherapien Schmerzen sehr gut behandelt werden können und dadurch die Verabreichung von Opioiden vermindert werden kann.

Das deutsche Ärzteblatt hat u.a. über die Opioid Krise in Amerika einen interessanten Bericht veröffentlicht. Ihr findet dort auch weiterführende Artikel über die Behandlung von Schmerzen ohne Medikamente und über die Behandlung psychisch Kranker mit Meditation.

Ann Rheum Dis. 2008 Dez;67(12):1716-23. doi: 10.1136/ard.2008.092015. Epub 2008 Jun 9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18541604?dopt=Abstract#

Das dtsche. Ärzteblatt: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/107218/Meta-Analyse-Mind-Body-Verfahren-lindern-Schmerzen-und-vermeiden-vielleicht-sogar-Opioide

JAMA Intern Med. Online veröffentlicht am 4. November 2019. doi:https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2019.4917

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Wichtige Nahrungsmittel für einen gesunden Knorpel.
Vitamine und Mineralstoffe unterstützen den Knorpelaufbau und
hemmen Entzündungen.

Am 13. Januar 2020 ist es wieder so weit. Immer Montags um 21 Uhr zeigen die Ernährungsdocs vom NDR, wie mit der richtigen Ernährung Schmerzen reduziert werden.

Die Ernährungsdocs haben schon oft bewiesen, dass mit einer Ernährungsumstellung und der richtigen Auswahl an Nahrungsmitteln Betroffene beschwerdefrei werden. Nicht nur die Schmerzen wurden reduziert sondern auch die volle Beweglichkeit wieder hergestellt.

Positiv ist dabei auch, dass Schmerzmittel abgesetzt werden können und die Betroffenen ohne körperliche Handicaps leben können.

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Steigerung der Beweglichkeit und Belastbarkeit bei Arthrose

Seit meiner Diagnose, habe ich mich mit vielen Betroffenen über Arthrose ausgetauscht. Bei Keinem ist der Krankheitsverlauf gleich. Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen den Behinderungen, den Entzündungsprozessen, dem Schweregrad der Gelenkzerstörung und den Schmerzen. Und so verhält es sich mit Behandlungsmethoden und Medikamenten. Das, was dem einen hilft, wirkt bei einem anderen überhaupt nicht.

In dem Buch Arthrose selbst heilen werden solche Phänomene aufgegriffen und in engem Zusammenhang mit unserer psychosozialen Situation gesehen. Dazu kommt, dass Angst, Schmerzempfinden, Schmerzgedächtnis und Stress bei jedem Menschen anders ausgeprägt sind. Die Autoren sehen darin eine entscheidende Ursache für die individuellen Heilungsprozesse bei Arthrose. Deshalb verfolgen sie einen multimodalen Behandlungsansatz aus Medizin, Physiotherapie und Schmerztherapie. Sie belegen ihre Aussagen sehr anschaulich mit Erfahrungen aus ihrer beruflichen Praxis, mit Beiträgen von Spezialisten und Studienergebnissen aus Medizin und Psychologie. Das Buch Arthrose selbst heilen befasst sich auch mit den Nebenwirkungen und Gesundheitsrisiken von vielen bekannten Behandlungsmethoden und Medikamenten. U. a. werden Arthroskopie, Denervierung, Gelenkersatz und Stammzellentherapie erklärt; die Vor- und Nachteile, Sinn und Nutzen der verschiedenen Behandlungen werden erörtert.  Beim Lesen habe ich eine sehr aufschlussreiche Beobachtung in der Arthroskopie entdeckt. Bei einer Gruppe von Patienten wurde eine Gelenkspiegelung nur vorgetäuscht; bei anderen wurde ein normaler Eingriff durchgeführt. Nach zwei Jahren ging es allen Beteiligten gleich gut. Keiner wusste während der ganzen Beobachtungsphase von den Placebo Eingriffen. Allein die Überzeugung, dass  dieser operative Eingriff ihre Gelenkfunktion verbessern würde, hat zu positiven Veränderungen geführt. Und auch danach hat sich der Gesundheitszustand bei niemandem verschlechtert. Wichtig ist aber auch, dass die Ärzte von der Behandlung selbst überzeugt und jederzeit optimistisch waren. Und wir müssen uns nun fragen, ob wir wirklich eine Arthroskopie brauchen. Es geht ja auch anders.

Wie dieser positive Einfluss des Arztes/Behandlers mit dem Placeboeffekt zusammenhängt, möchte ich Euch mit dem folgendem Versuch, Scheinakupunktur an Reizdarmpatienten, zeigen. Zwei Behandlungsvarianten wurden dabei miteinander verglichen: Behandlungen mit zusätzlichen aufmerksamen, empathischen und vertrauensvollen Arztgesprächen und ohne persönliche Zuwendung; in einer dritten Vergleichsgruppe wurde niemand behandelt. Und auch bei diesem Versuch verbesserte sich der Gesundheitszustand bei allen Behandelten signifikant; bei denjenigen, mit zusätzlichem Besprechen verdoppelte sich der Behandlungserfolg sogar. Das bedeutet, dass eine gute Arzt Patienten Beziehung mit ausschlaggebend ist für einen positiven Behandlungserfolg. Ebenso wird hier die Wirksamkeit von Akupunktur in Frage gestellt. 

Bei einer Vielzahl von Studien über Arthrose-Behandlungen ist auffällig, dass Placebos genauso gute oder sogar bessere Ergebnisse erzielen. Eine Ärztin hat 198 Studien untersucht, und dabei im Zusammenhang mit Scheinbehandlungen Interessantes herausgefunden. Die Schmerzen und Steifigkeit der Gelenke werden reduziert; die Belastbarkeit wird erhöht; die Funktion der Gelenke und der Bewegungsradius werden verbessert. Bei manipulierten Patienten hat sie äußerst positive Veränderungen, im Vergleich mit Unbehandelten, festgestellt. Auffällig ist auch gewesen, dass Arthrose-Placebos am besten an der Hand wirken und ihre Wirksamkeit von der Hand zum Knie, zur Kombination Hüfte/Knie, zur Hüfte abnimmt. Dabei ist auch die Verabreichungsart wichtig. Injektionen oder Nadeln haben eine stärkere Heilwirkung. Wobei mehrere Injektionen zu besseren Ergebnissen führen als einmalige. Dies beweist auch die überdurchschnittlich hohe Erfolgsquote bei Scheinakupunktur und Scheininjektionen, bei denen die Gabe von Hyaluronsäure vorgetäuscht wurde. Bei Scheinoperationen fällt der Heilungserfolg am besten aus. Tabletten haben die schwächste Wirksamkeit. In Studien über Laser, Magneten, Nahrungsergänzungsmittel, pflanzliche Heilmittel und Bisphosphonate erzielten die Ersatzstoffe ein unterdurchschnittliches Behandlungsergebnis gegenüber anderen Placebos. Vieles deutet darauf hin, dass die Erwartungshaltung und das, was die Patienten von den Therapien wissen, die Wirkung der Behandlungsmethoden beeinflussen. Wird einem Patienten vorgetäuscht, dass er ein Opioid erhält, so spürt er wesentlich stärkere positive Effekte. Denkt ein Patient, dass er mit Kräutern behandelt wird, sind die Erfolgsraten nicht so hoch. Das Gleiche wurde bei Placebos für Salben und für neue Behandlungsmethoden beobachtet. Bei vielen Testergebnissen liegen die subjektiven Beurteilungen von Patienten und Ärzten vor. Die sind positiv, wobei Ärzte wesentlich bessere Beurteilungen abgeben. Auch bei objektiven und radiologischen Messungen zeigt sich die Effektivität von Placebos. Eine Ausnahme bilden Studien zu Chondroitin- und Glucosaminsulfat. Die unwirksamen Stoffe reduzierten zwar die Schmerzen. Aber der Gelenkraum verengte sich in der Placebo-Gruppe; jedoch nicht bei Testpersonen, die einen Wirkstoff erhielten.

Weiß der Betroffene nichts von seiner Täuschung, haben Placebo Behandlungen eine wesentlich höhere Effizienz. Alle Ergebnisse der Meta-Analyse deuten darauf hin, dass viele Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose wirkungslos sind. Es ist naheliegend, dass das Arzt-Patienten-Verhältnis, die Erwartungshaltung des Patienten, Manipulation, Suggestion, Überzeugungskraft, Voreingenommenheit und Zuversicht, also sehr viele psychosoziale Facetten in den Heilungsprozess einfließen. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass eine Scheinbehandlung nicht bei jedem zu einem positiven Ergebnis führt. „ Das hilft ja alles nichts.“ hat einmal eine Bekannte zu mir gesagt. Oder: „ Das ist das Alter. Da kannst Du Garnichts dagegen machen.“ Die persönliche Einstellung des Einzelnen begünstigt oder verhindert auch den Behandlungserfolg.

Die Verbraucherzentrale hat kritische Berichte über die Gesundheitsrisiken und Wirksamkeit von Chondroitin, Grünlippmuscheln, Glucosamin, Haifischflossen, Hyaluronsäure und MSM ins Netz gestellt und durchleuchtet den Markt mit Gelenkpräparaten; auch über Kurkuma, das im Moment einen Hype aufgrund seiner vielfältigen Heilkräfte hat.

In der Öffentlichkeit wird immer wieder über das Für und Wieder von Heilmethoden berichtet. Warum sind wir trotzdem empfänglich für fragwürdige Pseudomedikamente, operative Eingriffe und alternative Behandlungsmethoden? Warum sind wir bereit Nebenwirkungen und Risiken einzugehen? Ja, vieles davon sind noch nicht einmal kassenärztliche Leistungen. Trotzdem geben wir sehr viel Geld dafür aus.

Es gibt sicherlich Menschen, die einen Gelenkverschleiß gar nicht bemerken und auch solche, die ohne Behinderungen und Schmerzen leben. Mein Nachbar ist so jemand. Er hat Gicht und einen schon fortgeschrittenen Knorpelabbau im Knie. Trotzdem ist ihm nichts anzusehen. Er bewegt sich völlig normal, fährt jeden Tag Fahrrad und treibt regelmäßig Sport; vor allem Krafttraining für die Beine. Im letzten Herbst ist er auf die Zugspitze gewandert. Ein Physiotherapeut hat ihm erklärt, dass Muskelaufbau am effektivsten ist. Das Gehen war schon immer Teil seines Lebens; beruflich in der Gastronomie, privat das Wandern. Auf seine Ernährung achtet er nicht besonders, auf sein Gewicht schon. Er macht Intervallfasten, 16:8. Wegen einer Hauterkrankung und der Gicht verzichtet er auf Milch und beim Fleischkonsum tendiert er mehr zu Geflügel; andere Fleischsorten weniger. Gestern Abend hat er sich sogar Pralinen, einen kleinen Baumkuchen und Wurst gekauft. Natürlich trinkt er auch mal Alkohol, aber nur in einer geselligen Runde. Er raucht nicht. Er ist schon im Ruhestand, hat keine Sorgen und Stress. Im Alltag ist er oft tief versunken im hier und jetzt, so dass er niemanden wahrnimmt. 

Fazit: Gelenkerkrankungen können auch anders behandelt werden. Der Körper kann sich auch selbst helfen und heilen. Dabei ist alles gut, was mir hilft. Nur meiner Gesundheit darf nicht geschadet werden. Nicht zu vergessen ist dabei eine positive innere Einstellung. Körper und Psyche bilden eine Einheit, die nur gemeinsam stark sind.


BMJ. 2008 Mai 3;336(7651):999-1003. doi: 10.1136/bmj.39524.439618.25. Epub 2008 Apr 3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18390493?dopt=Abstract

N Engl J Med. 2002 Jul 11;347(2):81-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12110735?dopt=Abstract

Ann Rheum Dis. 2008 Dez;67(12):1716-23. doi: 10.1136/ard.2008.092015. Epub 2008 Jun 9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18541604?dopt=Abstract#

Arthrose selbst heilen: Dr. Martin Marianowicz und Dr. Willibald Walter

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