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Mit Achtsamkeit die Ernährung umstellen

3 Tage ohne Zucker. Gestern hätte ich am liebsten Pancakes zum Frühstück gegessen. Mit einer dicken Puderzuckerschicht drauf. In meinem Kopf habe ich ein Bild davon lange Zeit mit mir rum getragen. Irgendwie habe ich es dann doch geschafft, darauf zu verzichten. Ich habe eine Sitzmeditation ausprobiert. Das erste mal.

Innere Unruhe kam in mir auf. Ich muss doch noch… Meine Beine waren unruhig, wollten fortgehen. Meine Arme fröstelten. Nein, du hast genug Zeit. Du bleibst jetzt hier und versuchst dich auf das Atmen zu konzentrieren.

Wirklich schwierig, die Unruhe auszuhalten. Nichts dagegen zu machen. Weiter den Blick auf das Atmen richten. Mit der Zeit kam die Ruhe und die Kälte verschwand.

Naja, heute habe ich Pancakes gegessen. Mit Honig. Auf das Süße kann ich nicht verzichten. Und wenn es kein Törtchen, Schokolade ist? Ich merke schon, dass ich dafür Ersatzstoffe gefunden habe. Immer, wenn ich an etwas Kniffligem arbeite, sage ich mir: „Erst mal eine Pause machen und etwas essen. Danach ist der Kopf frei. Wenn ich keinen Hunger habe, kann ich besser denken.“ Auf einmal fällt mir auf, wie ich gedankenlos etwas in mich hinein stopfe. Ganz schnell, ganz viel. Wie ein Hamster. Selbst wenn mir bewusst wird, was ich gerade eben mache, kann ich nicht einfach stoppen. Die Tüte mit Nüssen wird zwar weggelegt. Ich esse trotzdem noch was anderes. Ganz unbewusst.

Die Organisation Foodwatch, Die Essensretter, hat auf ihrer Seite einen ganz interessanten Artikel über Zuckerhaltige Lebensmittel veröffentlicht. Die 7 größten Mythen über Zucker und Übergewicht. Mit Bildung und Erziehung alleine kann nicht unbedingt die Ernährung verbessert werden. Durch die Verbesserung des Lebensmittelangebots, Kennzeichnung von Lebensmitteln oder auch der Veränderung von Marketing kann wesentlich mehr Einfluss auf Kinder und Konsumenten erreicht werden.

Süße Verführungen – Kindheitserinnerungen

Jon Kabat – Zin empfiehlt mit ganz alltäglichen Dingen Achtsamkeit zu üben. Ganz bewusst einen Bissen oder Schluck nehmen und bewusst „Schmecken-Fühlen-Riechen“. Wie sieht das Essen aus? Wie ist die Konsistenz vom Essen? Welche Aromen kann ich riechen und schmecken. Was passiert beim Kauen und Schlucken?

Essen, nicht nur nebenher. So soll der Gedankenfluss unterbrochen werden. Damit wir uns endlich auf das konzentrieren, das wir gerade machen. Keine Ablenkung, keine Zerstreuung. Bei solchen Übungen erleben wir ganz intensiv, wie wir drauf sind. Warum, wieso, weshalb wir gerade etwas tun. Klarheit entsteht und wir bekommen Kontrolle über uns und unser Verhalten.

Indem ich meinen Focus auf eine einzige Tätigkeit lenke, wird mir bewusst, was ich in diesem Moment tue. Ich halte inne und überlege, warum ich das mache. So kann ich ganz gut mein Essverhalten erkennen und an ihm arbeiten.

Ab jetzt werde ich in dem Moment, in dem ich einen Drang zu Süßigkeiten spüre, inne halten, einatmen und an etwas angenehmes Denken. Oder ich male mir im Gedanken aus, wie ich ein schwieriges Problem erfolgreich löse.

Einkaufszettel – Gedankenstütze

Jon Kabat-Zin, Gesund durch Meditation, Das vollständige Grundlagenwerk zu MBSR, O.W. Barth Verlag, 2013

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10 Gedanken zu “Mit Achtsamkeit die Ernährung umstellen

    • Ja, ich bin auch mehr für die kleinen Ausnahmen. Ein bißchen was, sollten wir uns schon mal gönnen. Sonst kommt irgendwann der Heißhunger und dann isst man mehr als man möchte.
      Bei mir war der Konsum während und nach dem Lockdown sehr hoch. Erst nach Ostern habe ich endlich das Zuckerfasten durchgehalten. Bis Christi Himmelfahrt. Und weil ich gerne Süß esse, wollte ich mal herausfinden, wieso. Und durch so kleine Achtsamkeitsubungen habe ich das herausgefunden.
      Vielleicht gelingt es mir, das Süße zu reduzieren. 🤗 Jetzt weiß ich ja schon, wann ich zuschlage.

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    • Alles auf einmal. Das ist wirklich zu viel. In der Achtsamkeit wird auch dazu geraten, milde mit sich umzugehen. Unser Körper sagt uns schon, was er braucht. Alles andere wären Roboter.

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  1. Avatar von annbarbara1 B schreibt:

    Ich esse auch keine Zucker mehr. Ich habe ein Rezept, Muffins aus Haferflocken mit Banane, Beeren, Nüssen, manchmal Möhren. Das esse ich, wenn mir nach süß ist.🙂

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    • Avatar von annbarbara1 B schreibt:

      Ich glaube, das geht nicht von einem privaten Blog. Ich hab Dich gerade in meinen gelassen. Du kannst es selbst veröffentlichen, wenn Du magst.

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  2. Ich verzichte seit nun anderthalb Jahren auf Zucker und Kohlenhydrate und kann sagen, dass es die beste Entscheidung meines Lebens war! 🙏 chronische Krankheiten sind weg und ich fühle mich wohler denn je – ich kann jedem dazu raten, es mal auszuprobieren 💪

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    • Sorry, dass ich dir jetzt erst antworte. Ich habe im Moment sehr viel um die Ohren. Es freut mich, dass dir das Verzichten auf Zucker und Kohlehydrate hilft. Ich achte bei meiner Ernährung auch auf Low Carb und esse sehr viel Vollkornprodukte. Das hilft mir eigentlich sehr gut. Vielen Dank fürs Vorbeischauen, Arthrotia. ☘🐞🐖🙋‍♀️

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